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Auftragsflaute? Durststrecken überwinden als Solo-Selbständiger

Auftragsflaute? Durststrecken überwinden als Solo-Selbständiger

Sei es wegen der Corona-Krise, aufgrund einer Rezession oder vielleicht eines Planungsfehlers: Es kann viele Gründe geben, weshalb Selbstständige sich plötzlich mit einer Auftragsflaute konfrontiert sehen. Schnell kommen dabei viele Ängste hoch und es schwirren Fragen durch den Kopf, wie: „Wie komme ich wieder an Aufträge?“ oder „Wie soll ich die Durststrecke finanziell überbrücken?“. Wir möchten Ihnen daher an dieser Stelle hilfreiche Tipps für eine solche Krise geben.

 

Das Motto lautet: „Ruhe bewahren!“

Erst einmal ist es natürlich wichtig, angesichts des leeren Auftragsbuchs nicht in Panik zu verfallen. Diese hilft Ihnen nämlich nicht weiter. Es ist vollkommen normal, dass Sie in der Selbständigkeit hin und wieder unter Ängsten oder Selbstzweifeln leiden. Aber einige zweifeln bei einer Auftragsflaute sogar grundlegend an ihrer Entscheidung für die Selbständigkeit und überlegen, sich stattdessen nach einer Anstellung umzusehen – obwohl das Leben als Solo-Selbständiger vielleicht immer ihr Traum war. Solche Kurzschlussreaktionen sind allerdings nicht die richtige Lösung.

 

Den Hergang der Situation analysieren

Stattdessen steht der Sinn nun erst einmal nach Analyse. Denn nur, wenn Sie wissen, wie es zu dieser Durststrecke kam, können Sie eine ähnliche Situation in Zukunft vermeiden. Häufig sind nämlich eigene (Planungs-) Fehler schuld, zum Beispiel:

 

  • Sie haben alles auf ein Pferd gesetzt, doch der Kunde ist abgesprungen.

 

  • Sie haben ein Projekt früher abgeschlossen als gedacht und sich nicht rechtzeitig um Folgeaufträge gekümmert.

 

  • Sie haben zu viele Aufträge angenommen und unter Druck eine schlechte Qualität abgeliefert, wodurch Sie mehrere Kunden auf einmal verloren haben.

 

Solche oder ähnliche Situationen sind keine Seltenheit. Wichtig ist aber, dass Sie sich eventuelle Fehler ehrlich eingestehen, denn nur so können Sie aus diesen lernen und ähnliche Vorkommnisse in Zukunft vermeiden. Merken Sie sich: Scheitern ist in Ordnung und gehört zu jeder Selbständigkeit hinzu. Sie dürfen also Fehler machen, müssen aber aus diesen lernen und besser aus der Lektion hervorgehen – nur dann können Sie auf lange Sicht als Freelancer, Freiberufler, Gewerbetreibender oder anderer Solo-Selbständiger erfolgreich sein.

 

Auftragsflauten müssen einkalkuliert werden

Natürlich kann es aber auch sein, dass Sie an Ihrer Durststrecke keinesfalls selbst schuld sind. Vielleicht hat Ihnen eine Krise wie jene durch das Corona-Virus einen Strich durch die Rechnung gemacht oder die wirtschaftliche Situation ist derzeit schlecht und damit auch die Auftragslage. Solche Eventualitäten können Sie niemals zu 100 Prozent ausschließen und daher ist es umso wichtiger, dass Sie diese von Beginn an einkalkulieren.

 

In jeder Selbständigkeit wird es nämlich Zeiten geben, in denen Sie kein oder nur ein vermindertes Einkommen generieren. Daran können auch Gründe wie eine Krankheit, eine Schwangerschaft oder ein Urlaub schuld sein. In den meisten Jobs ist es nämlich so, dass Sie keine Einnahmen verzeichnen, wenn Sie nicht arbeiten. Ausgenommen sind in diesem Fall natürlich Solo-Selbständige mit (zusätzlichem) passiven Einkommen. Im Regelfall gilt für Ihre Kalkulation also: Berechnen Sie stets auch einen möglichen Einkommensausfall mit ein, sozusagen als Puffer. Diesen legen Sie beiseite, solange die Auftragslage gut ist – und nutzen die Ersparnisse bei einer Flaute dann, um diese finanziell zu überbrücken.

Als Solo-Selbständige/r ist es für Sie also extrem wichtig, vorausschauend zu denken und Ihre Existenz auf möglichst sichere Beine zu stellen. Ersparnisse und Rücklagen sind dabei ein wichtiges Stichwort und diese nehmen Ihnen zugleich den psychischen Druck, wenn Sie mal ein leeres Auftragsbuch haben. Denn unter Angst oder sogar Panik treffen Sie ansonsten vielleicht falsche Entscheidungen und geraten damit in einen Teufelskreis.

 

Jeden Auftrag annehmen? Nein, danke…

…aber einen „Plan B“ sollten Sie dennoch haben. Denn viele Betroffene machen in dieser beängstigenden Situation den Fehler, jeden beliebigen Auftrag anzunehmen. Häufig handelt es sich dabei um Projekte mit schlechten Konditionen wie einer miesen Bezahlung, die Sie unter normalen Umständen ablehnen würden. Wenn Sie diese nun aber doch annehmen, um sich finanziell über Wasser zu halten, haben Sie keine Zeit mehr, um Ihre Auftragsflaute stattdessen „produktiv“ zu nutzen und drohen damit, für immer in dieser prekären Situation mit schlechten Aufträgen zu verweilen.

 

Verfallen Sie also nicht in Panik, aber überlegen Sie, wie Ihr „Plan B“ aussehen könnte. Einen solchen zu haben, beruhigt die Nerven und ist in jeder Situation, sprich nicht nur in der Selbständigkeit, eine gute Idee. Überlegen Sie, wie Sie reagieren würden, wenn Sie tatsächlich nicht mehr genügend Einnahmen und Ersparnisse hätten, um Ihren Lebensunterhalt zu stemmen:

 

  1. Sie können zum Beispiel Geld aus anderen Quellen beziehen wie aus einer (Teilzeit-) Anstellung oder durch einen Nebenjob. Oft findet sich auch kurzfristig eine Tätigkeit um den Lebensunterhalt aufzustocken.

  2. Vielleicht leihen Ihnen auch Angehörige etwas oder unterstützen Sie mit einem zinslosen Darlehen.

  3. Darüber hinaus können Sie Möglichkeiten prüfen, einen Kredit aufzunehmen. Wichtig ist, hierbei verschiedene Angebote zu vergleichen, denn sie unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Konditionen stark. Dies ist recht unkompliziert auch online durchführbar und zeigt am Ende jene Optionen, die am besten zur persönlichen Situation passen.

  4. Selbständige haben oftmals sogar Anspruch auf Hilfs- und Fördergelder durch den Staat oder von speziellen Verbänden.

 

Letzterer Punkt ist dabei ein gutes Stichwort. Denn auch Solo-Selbständige haben Anspruch auf gewisse staatliche Hilfen, zum Beispiel die Sozialhilfe oder vergünstigte Kredite. Zudem gibt es in Sonderfällen wie im Zuge der Corona-Krise manchmal gesonderte Hilfsangebote, um betroffenen Unternehmern durch die Durststrecke zu helfen. Es gilt also, die eigenen Möglichkeiten zu prüfen und sich einen solchen „Plan B“ zurechtzulegen. Das bedeutet aber noch nicht, dass Sie diesen auch direkt umsetzen sollten.

 

Eine Auftragsflaute sinnvoll nutzen – aber wie?

Erst einmal gilt es nämlich, das Loch im Auftragsbuch als Chance zu sehen. Es muss keine existenzielle Bedrohung oder das Ende Ihrer Selbständigkeit darstellen. Stattdessen kann eine Durststrecke, wenn sie „richtig“ genutzt wird, sogar anschließend zu noch höheren Einnahmen oder anderweitigen Verbesserungen der eigenen Selbständigkeit führen. Je mehr Rücklagen dabei zur Verfügung stehen, sprich je mehr Zeit Sie überbrücken können, desto besser. Aber auch, wenn Sie beispielsweise auf Geld von Ihre Familie, dem Staat oder andere Hilfestellungen angewiesen sind, können und sollten Sie folgende Maßnahmen ergreifen. Denn sie sind Ihr schnellster und sicherster Weg heraus aus dieser schwierigen Situation:

 

  • „Altkunden“ kontaktieren: Neue Kunden zu akquirieren, ist nicht Ihre einzige Möglichkeit, um wieder an Aufträge zu kommen. Stattdessen ist es oft einfacher, schneller und erfolgsversprechender, frühere Kunden nach neuen Aufträgen zu fragen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass diese mit Ihrer Arbeit zufrieden waren. Nehmen Sie also einfach mal wieder Kontakt auf und fragen Sie nach, ob demnächst ein Projekt geplant ist, bei welchem Ihre Hilfe benötigt wird. Manchmal verweisen diese Kontakte Sie dann auch an andere Bekannte, welche Ihre Leistungen in Anspruch nehmen möchten – führen also in vielen Fällen zu neuen Aufträgen und vielleicht sogar neuen Kunden.

 

  • Online und offline netzwerken: Überhaupt ist es eine gute Idee, die Zeit zu nutzen, um Ihr Netzwerk zu aktivieren. Bringen Sie Ihre Online-Präsenzen auf Vordermann, pflegen Sie Ihre Kontakte, knüpfen Sie neue Bekanntschaften…sei es online über Business-Netzwerke oder beispielswiese über Messen, Kongresse & Co. Denn Kontakte sind im Berufsleben Ihr Schlüssel zum Erfolg und auch in der Selbständigkeit eine gute Chance auf neue Projekte.

 

  • Aktive Neukundenakquise: Natürlich ist es im Zuge des Networkings sinnvoll, die Kontakte zur Neukundenakquise zu nutzen. Zudem kann diese über die Kanäle betrieben werden, welche schon früher für Sie funktioniert haben – oder Sie probieren eine ganz neue Strategie aus. Bewerben Sie sich beispielsweise auf Ausschreibungen oder nehmen sie direkten Kontakt auf, aber beachten Sie dabei natürlich die rechtlichen Möglichkeiten.

 

  • Beobachten und analysieren: Manchmal kann es auch sinnvoll sein, auf die Konkurrenz zu schielen und diese zu analysieren. Vielleicht funktionieren einige ihrer Strategien auch für Sie. Oder Sie haben eine Idee, was Sie besser machen können als Ihre Konkurrenten. Gehen Sie also in die Beobachterrolle und lernen Sie aus dem, was Sie sehen. Weiterhin ist es sinnvoll, einen Blick auf Ihre (potenziellen) Kunden zu werfen, auf die aktuellen Marktentwicklungen sowie auf sich selbst – was Sie also hervorhebt, wo Sie sich verbessern könnten, wie Sie sich in Zukunft ausrichten möchten, etc.

 

  • Gezielte Verbesserung: Ihr Ziel sollte also sein, aus dieser Auftragsflaute als noch besserer und erfolgreicherer Solo-Selbständige/r zu gehen. Dafür können Sie Weiterbildungen belegen, Ihre Spezialisierung ändern beziehungsweise erweitern, wertvolle Erfahrungen sammeln, Ihr Netzwerk vergrößern, Ihre Kalkulation optimieren, Aufgaben delegieren oder was auch immer Ihnen sinnvoll erscheint.

 

Wenn Sie „richtig“ mit Ihrer Auftragsflaute umgehen, stellt sie demnach eine große Chance dar, um anschließend noch erfolgreicher zu sein mit Ihrer Solo-Selbständigkeit. Und wenn Sie es sich leisten können, nutzen Sie diese unfreiwillige Auszeit auch einfach mal für ein bisschen Urlaub – Ihrer Gesundheit zuliebe!

 

Bildquellen:

Bild 1: stock.adobe.com @mavoimages

Bild 2: stock.adobe.com @Nejron Photo

Bild 3: stock.adobe.com @zinkevych

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