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Ausblick: Das Büro der Zukunft

Ausblick: Das Büro der Zukunft

Unternehmen heutzutage müssen und wollen vor allem eins sein: Zukunftssicher. Doch diese Sicherheit ist und war schon immer ungewiss, was es zu einer großen Herausforderung für Innovatoren und Visionären macht, stets mit ihr Schritt zu halten.

Gerade im Bürobereich folgt Veränderung auf Veränderung. Nicht erst, aber insbesondere seit Beginn der Digitalisierung hat sich das Erscheinungsbild des Büroalltages bereits umfassend verändert. Doch wo wird das alles letztendlich hinführen? Wie sieht das Büro der Zukunft aus? In diesem Beitrag versuchen wir, Ihnen einen Ausblick auf die Möglichkeiten für den Büroarbeitsplatz der kommenden Jahre zu geben.

 

Überall und nirgendwo

Dieser Trend ist bereits seit ein paar Jahren angelaufen und es scheint kein Halten zu geben. Mehr und mehr Arbeitsschritte sind, dank des Internets und Technologien wie Cloud-Computing, Webtools und Software as a Service, von zuhause aus durchführbar. Viele Arbeitgeber reagieren zwar noch recht zögerlich auf diese Entwicklung, doch der Zeitpunkt, an dem die kritische Masse erreicht ist und es einen großen Ruck in Richtung Homeoffice gibt, dürfte nicht mehr in allzu großer Ferne liegen.

 

Nahezu alle typischen Bürotätigkeiten laufen bereits vollständig digital am Computer ab und sind zumindest theoretisch demnach auch am heimischen PC durchführbar. Noch ist es für viele ein neues Thema, sowohl für Angestellte als auch für Unternehmer, vor einer vollständigen Revolution sind also noch einige Fragen zu klären:

 

  • Arbeitsschutzgesetz: Es gibt zwar bereits eine Vielzahl an genau zugeschnittenen Regelungen für das Homeoffice, insbesondere in der Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV) und der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV), doch ob diese Richtlinien auch auf flächendeckender Ebene geeignet sind und sich in der Praxis umsetzen lassen, muss sich noch zeigen.

 

  • Vertrauensbasis bzgl. Arbeitszeit: Ein Grund, aus dem mancher Arbeitgeber dem Thema noch vorsichtig gegenübersteht, ist die mangelnde Möglichkeit zur Kontrolle. Es gibt zwar diverse technische Lösungen zur Messung der Arbeitszeit, doch ganz lückenlos sind diese nicht – flächendeckendes Homeoffice wäre also eine weitere Ausreizung der Vertrauensbasis.

 

  • Datensicherheit: Dies ist eine ernstzunehmende Herausforderung für den Büroarbeitsplatz 4.0. Sensible Daten können nicht mehr vollständig isoliert im Unternehmensnetz eingeschlossen werden, wenn sie zur Bearbeitung den Weg an heimische Arbeitsplätze antreten müssen. Da Vorkehrungen zur Datensicherheit immer nur so effektiv wie ihr schwächstes Glied sind, stellen unprofessionell gemanagte Computer im Homeoffice ein großes Risiko dar.

 

  • Work-Life-Balance oder Work-Life-Integration: Dies ist sowohl im Interesse von Arbeitnehmer und Arbeitgeber – die Möglichkeiten, das private Leben vom Beruf zu trennen beziehungsweise beide Bereiche nach modernen Vorbildern zu vereinen, sind im Homeoffice deutlich anders, als im traditionellen Bürojob. Der Lernprozess ist bereits im Gange und ist insbesondere für langjährige Inhouse-Arbeite eine große Herausforderung.

 

  • Ausstattung: Je mehr Jobs in private Arbeitszimmer verlegt werden, desto mehr spezifische Arbeitsmittel müssen dort zur Verfügung stehen beziehungsweise redundant gemacht werden. Stellen Arbeitgebern beispielsweise spezialisierte Workstations für alle Mitarbeiter mit bestimmten Aufgabenbereichen im Homeoffice zur Verfügung? Werden sämtliche Arbeitsschritte, die noch vereinzelt über Papier ablaufen (wie etwa Verträge per Fax) und größere Geräte voraussetzen, restlos digitalisiert?

 

Doch für diese und viele andere Fragen dürften mit der Zeit mehr und mehr Antworten gefunden werden. Das Büro ist dann letztendlich nur mehr ein Konzept und hat mit dem traditionellen Begriff des physikalischen Arbeitsplatzes nicht mehr viel gemein.

Es geht dabei sogar noch einen Schritt weiter, sollten mobile Endgeräte vollständig in der Lage sein, alle Aufgaben zu erledigen: Der Arbeitsplatz ist eventuell nicht mehr nur zuhause – sondern überall dort, wo man sich gerade befindet, vorausgesetzt, das Arbeitsgerät ist mit vor Ort. Der Begriff digitale Nomaden bezieht sich aktuell nur auf diejenigen, deren übliche Tätigkeiten es erlauben, lediglich mit einem Laptop bewaffnet alles zu erledigen. Doch schon bald könnte es sich auf uns alle beziehen. Möglicherweise werden in diesem Rahmen auch Coworking-Spaces.

 

Automatisiert

Viele zur Büro-Routine gehörende Arbeitsschritte wiederholen sich und sind von eher simpler Natur. Früher oder später dürften automatisierte Lösungen mehr und mehr Aufgaben übernehmen, die bislang mühsam von Büromitarbeitern bewältigt werden mussten. Das dürfte letztendlich dazu führen, dass die Tasks, die noch von menschlichen Arbeitskräften erledigt werden, weit spezialisierter sind und eine informierte fachliche Kompetenz voraussetzen.

 

Viele Schritte, die im Büro zum Alltag gehören und heute noch voraussetzen, dass man persönlich Hand anlegt, dürften dank Automatisierung auf Basis von künstlicher Intelligenz bald gänzlich wegfallen. Das trifft auf viele Felder zu, so unter anderem auf die Buchhaltung, die IT bis hin zur Programmierung oder die Prozessplanung.

 

Laut einer Studie des Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) aus dem Jahr 2016 könnten bis zu 57 Prozent aller Tätigkeiten in der Unternehmensführung von Computern und künstlicher Intelligenz übernommen werden. Die restlichen Berufsbilder wären dann ebenfalls stark von dieser Veränderung betroffen – müssten beispielsweise lernen, wie sie mit Algorithmen zusammenarbeiten anstatt mit Kollegen zu kommunizieren.

 

Flexibel

Die Welt wird schneller. Flexible, neue Lösungen erfordern stets neue Ansätze. Besonders in medial oder marketingtechnisch tätigen Agenturen ist dies bereits heute zu spüren: Kein Arbeitstag gleicht dem anderen. Wenn sich die Tätigkeiten stets neuen Herausforderungen anpassen, dann muss die Struktur des Büros ebenfalls in der Lage sein, entsprechend zu skalieren oder die nötigen Arbeitsmittel bereit zu stellen.

Sollten traditionelle Büroräume weiterhin bestehen bleiben, ist es auch nicht undenkbar, dass einige der innovativen Konzepte, die in modernen Unternehmen bereits getestet werden, zum Standard werden. So spielt etwa das Prinzip der konstanten Bewegung möglicherweise eine größere Rolle. Will heißen: Der Arbeitsalltag spielt sich nicht mehr fest an einem eigenen Platz ab.

 

Gerade in einer Zeit, in der alle Aufgaben per Mausklick durchführbar sind, tendieren wir dazu, am Arbeitstag für volle acht Stunden stationär zu bleiben. Das hat negative Auswirkungen auf die Dynamik am Arbeitsplatz, das körperliche Wohlbefinden und die dauerhafte Konzentration. Daher wird mancherorts mit dynamischen Arbeitsplätzen experimentiert – entweder in der Form von Stehtischen oder etwa lose auf einer größeren Fläche verteilten Workstations, die jeder Mitarbeiter grade so nutzen kann, wie nötig.

 

Wolke sieben

Die Cloud ist der IT-Trend schlechthin. Es gibt kaum ein größeres Unternehmen, das nicht in irgendeiner Form schon heute damit arbeitet. Obwohl es sich eigentlich noch um ein relativ junges Thema handelt, hat Cloud Computing den Arbeitsmarkt bereits im Sturm erobert. Die umfassende Implementierung scheint unausweichlich zu sein – größere technologische Innovationen bei Seite.

 

Das hat einerseits einen Einfluss auf andere Punkte wie die Flexibilität und die Möglichkeiten im Homeoffice, doch wirkt sich auch direkt auf das Erscheinungsbild des Büros aus. Denn selbst, wenn ein Großteil der Büromitarbeiter von zuhause aus arbeiten, so sind die firmeneigenen Büroräumlichkeiten zumeist gleichzeitig das Zuhause der IT-Infrastruktur mit Firmenservern, Telefonanlage und IT-Backend. Dadurch sind dann sowohl Mitarbeiter, die direkter mit diesen Anwendungen arbeiten, als auch die Techniker, die sich um Wartung und Einrichtung der Hard- und Software kümmern, weiterhin vor Ort.

 

Da die gesamte IT tendenziell nicht mehr im eigenen Haus, sondern ausgelagert in großen Serverzentren realisiert wird, fällt auch diese Funktion der Büroräume weg. Dann wären sowohl Schreibtischjobs zum Großteil automatisiert beziehungsweise im Homeoffice, als auch technische Mitarbeiter nicht dringend notwendig – das könnte zumindest in Einzelfällen das Konzept Büro als Arbeitsort vollständig redundant machen.

 

Somit wären Unternehmen denkbar, die trotz einem Fokus auf Kommunikation, Projektorientierung und Datenverarbeitung gar keinen eigenen, tatsächlichen Arbeitsplatz vorweisen können. Meetings zwischen Mitarbeitern oder mit Geschäftspartnern können bereits heute über Softwarelösungen wie Zoom realisiert werden, Konzepte wie das Dropshipping machen sogar Handelsunternehmen zum Großteil von Immobilien völlig unabhängig – das könnte schlussendlich dazu führen, dass nicht nur das Büro der Zukunft, sondern auch das Unternehmen der Zukunft mit dem heutigen Erscheinungsbild nicht mehr viel gemeinsam haben könnte.

 

Bildquellen:

Bild 1: Adobe Stock © Halfpoint

Bild 2: Adobe Stock © mavoimages

Bild 3: Adobe Stock © Halfpoint

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