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Feedback richtig geben und nehmen: Die Kunst der konstruktiven Kritik

Feedback richtig geben und nehmen: Die Kunst der konstruktiven Kritik

Egal ob angestellt oder selbstständig, während der Ausbildung oder in einer Führungsposition: Im beruflichen Alltag kommt es in regelmäßigen Abständen vor, dass uns Feedback erreicht – und nicht immer ist dieses ausschließlich positiv. Der Umgang mit Kritik fällt den meisten Menschen nach wie vor schwer und sorgt dafür, dass viele auch im Aussprechen von Feedback noch ein paar Nachhilfestunden nötig haben. In diesem Beitrag möchten wir Ihnen aufzeigen, wie Sie professionell mit konstruktiver Kritik umgehen und wie Sie Feedback am besten an Ihre Mitmenschen weitergeben.

 

„Richtiges“ Feedback ist stets konstruktiv

Im Eifer des Gefechts ist es schnell passiert: Sie meinen es eigentlich nur gut, doch die Art und Weise, wie Sie den Praktikanten auf seinen Fehler hinweisen, ist nicht nur unprofessionell, sondern auch ziemlich verletzend. Das Resultat: Ihr Gegenüber weiß zwar, dass er oder sie etwas falsch gemacht hat, ist aber so sehr in seinem Selbstvertrauen erschüttert, dass er fortan völlig verunsichert ist.

Dieses Beispiel – wir könnten noch zig weitere aufführen – macht deutlich, wie wichtig es ist, Feedback stets richtig, das heißt: konstruktiv, zu vermitteln.

Konstruktive Kritik zeigt nicht mit bloßem Finger auf die Fehler anderer und will sich erst recht nicht über jemanden lustig machen. Sie ist viel eher nützlich, verständnisvoll und auf ein respektvolles Miteinander bedacht. Das oberste Ziel der konstruktiven Kritik ist das (gemeinsame) Finden einer Lösung. Es geht also nicht darum, eine andere Person schlichtweg auf ihre Fehler hinzuweisen, sondern im nächsten Atemzug zu erörtern, wie man es besser machen könnte.

 

4 Tipps für konstruktives Kritisieren

Wenn Sie zukünftig Feedback an Mitarbeiter, externe Freelancerinnen und andere Geschäftspartner weitergeben wollen, sollten Sie stets darauf achten, Ihre Kritik möglichst konstruktiv zu formulieren. Doch wie genau funktioniert das in der Praxis? Unsere nachfolgenden Tipps helfen Ihnen dabei, den richtigen Ton zu treffen.

 

Tipp #1: Erst denken, dann sprechen

Impulsiv formuliertes Feedback ist selten konstruktiv. Wenn wir sofort das laut aussprechen, was uns durch den Kopf schießt, wird die Formulierung schnell „platt“ und im schlimmsten Fall verletzend.

Um dieses Fettnäpfchen bestenfalls weiträumig zu umgehen, ist es hilfreich, seine Kritik zunächst gedanklich zu formulieren und anschließend auf den Prüfstand zu stellen. Ist das, was Sie sagen wollen, angemessen? Könnte es Ihr Gegenüber missverstehen? Wäre vielleicht eine weniger emotionale Formulierung angebrachter?

Wer sein Feedback erst einmal selbst überdenkt, ehe er es ausspricht, kann von vornherein viele unangenehme Situationen vermeiden. Wichtig ist hierbei auch, grundsätzlich auf einen freundlichen und respektvollen Ton zu achten.

 

Tipp #2: Die Lösung im Zentrum

Kritik wird von den meisten Menschen als etwas äußerst Negatives empfunden, weil die eigenen Schwächen ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt werden. Es gilt jedoch der Leitsatz: Kann man machen, sollte man jedoch nicht!

Gute beziehungsweise konstruktive Kritik ist stets lösungsorientiert und sollte darum den Fehler in den Hintergrund rücken. Hierbei helfen Ihnen gewisse Formulierungen wie beispielsweise:

  • Das war schon nicht schlecht. Doch was hältst du davon, wenn wir es nochmal auf diese Weise versuchen?“

  • Ich verstehe, was Sie im Kern damit meinen. Aber vielleicht wäre das der bessere Weg.“

  • Laut XY dürfen wir das so nicht umsetzen. Ich hätte aber eine Alternativ-Idee.“

 

Tipp #3: Kritik braucht einen Grund

Jetzt mal Hand aufs Herz: Wie oft ist eine Kritik, die Sie äußern, wirklich berechtigt?

Jedem von uns ist es wahrscheinlich schon (mindestens) einmal passiert, dass wir Kritik an etwas oder jemandem geübt haben, die im Grunde genommen völlig unverhältnismäßig war – weil wir selbst in einem besseren Licht dastehen wollten, einen schlechten Tag hatten oder schlichtweg auch etwas zum Thema beitragen wollten.

Ein solches Verhalten ist durchaus menschlich. Doch Sie ahnen es vermutlich schon: Es ist alles andere als konstruktiv, geschweige denn förderlich oder professionell.

Wenn Sie hilfreiches Feedback an Ihre Mitmenschen herantragen wollen, dann braucht dieses immer (!) einen fundierten Grund. Suchen Sie hierbei bitte auf keinen Fall nach jedem noch so kleinen Haar in der Suppe, sondern fokussieren Sie sich auf die Situationen, die wirklich diskussionswürdig sind. Alles andere ist bloß Zeitverschwendung.

 

Tipp #4: Der richtige Zeitpunkt

Wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt für Feedback? Schwer zu sagen, denn immerhin mögen es die wenigsten Menschen, kritisiert zu werden und warten auch ganz sicher nicht darauf.

Weil ein ehrliches Wort hin und wieder trotzdem sein muss, empfiehlt es sich, ein gewisses Feingefühl zu entwickeln und Kritik nicht einfach dann zu äußern, wenn Sie Ihnen durch den Kopf schießt. Hier ein paar hilfreiche Hinweise:

  • Suchen Sie Vier-Augen-Gespräche und vermeiden Sie Kritik in großer Runde

  • Achten Sie auf eine möglichst entspannte/“neutrale“ Atmosphäre

  • Wählen Sie eine Situation, in der sich Ihr Gegenüber nicht „in die Enge getrieben“ fühlt

  • Vermeiden Sie stressige, besonders (arbeits-)intensive Phasen

Wichtig ist aber auch: Lassen Sie nicht zu viel Zeit zwischen zu kritisierendem Fehltritt und Feedback verstreichen! Wenn erst einmal der Bezug verloren gegangen ist und der Hergang eines Problems nicht mehr vollständig rekonstruiert werden kann, geht der Sinn der konstruktiven Kritik schnell verloren.

 

Die Kritik anderer annehmen: So gelingt es Ihnen

Das Thema Kritikfähigkeit haben wir bereits in diesem Beitrag auf unserem Blog ausgiebig behandelt. Wir möchten darum an dieser Stelle nur noch einmal die zentralen Punkte zusammenfassen und verdeutlichen, warum es so wichtig ist, professionell mit (berechtigter) Kritik umzugehen.

Nochmal zur Erinnerung: Die wenigsten Menschen mögen es, kritisiert zu werden. Es ist demnach vollkommen in Ordnung, wenn Sie mit Kritik eher negative Gefühle verbinden und sich schwer mit einer aktiven Auseinandersetzung tun. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie das Feedback anderer geflissentlich ignorieren dürfen.

Ganz im Gegenteil! Um langfristig besser und vor allem professionell mit Kritik umgehen zu können, ist eine direkte Konfrontation unumgänglich. Betrachten Sie diese stets als Chance – denn kritikfähige Menschen kommen im Beruf meist sehr viel weiter als die, die jede Form von Feedback eiskalt an sich abprallen lassen.

Es folgen ein paar Empfehlungen, um aktiv an Ihrer Kritikfähigkeit zu arbeiten:

  • Nehmen Sie Kritik nie persönlich, sie bezieht sich nicht auf Sie als Mensch, sondern Ihre berufliche Tätigkeit

  • Betrachten Sie Kritik stets als Möglichkeit, sich zu verbessern

  • Schenken Sie Ihrem Kritiker Aufmerksamkeit, um gute Ratschläge nicht zu überhören

  • Hinterfragen Sie Ihr eigenes Handeln, um festzustellen, dass Kritik in vielen Fällen durchaus berechtigt war

  • Bezeichnen Sie Kritik lieber als Feedback, wenn Ihnen der Begriff zu negativ konnotiert ist


Kaum jemand ist „scharf darauf“, permanent für sein Tun kritisiert zu werden. Doch jedem von uns sollte klar sein: Niemand ist perfekt und (kritisches) Feedback gehört schlichtweg zum Arbeitsalltag dazu. Indem Sie sich bewusst mit der Thematik auseinandersetzen und sowohl trainieren, konstruktive Kritik zu geben als auch anzunehmen, ersparen Sie sich selbst und anderen sehr viel Stress. Führen Sie sich hierbei stets vor Augen: Feedback ist etwas Gutes – auch, wenn es zunächst eher negativ daherkommt.

Foto: www.pixabay.com

 

Kritik geben und annehmen will gelernt sein. Lesen Sie hier, was konstruktive Kritik ausmacht und wie Sie Ihre Kritikfähigkeit trainieren können.

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