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Logos, Ethos und Pathos: Die drei Säulen erfolgreicher Rhetorik

Logos, Ethos und Pathos: Die drei Säulen erfolgreicher Rhetorik

Eine gute Rhetorik lässt Sie nicht nur kompetent und sympathisch wirken, sie kann auch den Grundstein für völlig neue berufliche Möglichkeiten legen. Vor diesem Hintergrund ist es stets eine gute Idee, sich mit der eigenen Kommunikationsfähigkeit auseinanderzusetzen und zu hinterfragen, an welchen Stellen es noch Optimierungsbedarf gibt. In diesem Beitrag möchten wir Ihnen drei wichtige Bestandteile der Rhetorik vorstellen und erklären, wie Sie diese nutzen, um das Publikum noch mehr in Ihren Bann zu ziehen. Es geht um Logos, Ethos und Pathos.

 

Das rhetorische Dreieck

Rhetorik ist ein vielschichtiges Thema, das sicherlich Stoff für zahlreiche Blogbeiträge liefern würde. In diesem hier möchten wir uns auf das sogenannte rhetorische Dreieck, bestehend aus Logos, Ethos und Pathos, beschränken und Ihnen erklären, was sich hinter diesen Begriffen verbirgt.

Gleich vorweg: Ein guter Rhetoriker bedient sich aller drei Bereiche und erschafft somit ein möglichst ausgeglichenes Dreieck. Sobald eine Komponente überwiegt, verschiebt sich das Dreieck in die jeweilige Richtung. Eine Rede, ein Vortrag oder ein Interview wird dadurch nicht automatisch schlechter. Doch der Zuhörer oder Leser wird vermutlich bemerken, dass der Absender besonderen Wert auf eine der drei Säulen gelegt hat. Es liegt an Ihnen, ob Sie dies in Kauf nehmen beziehungsweise sogar bewusst einsetzen wollen – oder nicht.

 

Logos: Wir wollen Fakten, Fakten, Fakten

Ein guter Redebeitrag basiert auf Fakten – darin sind sich die meisten Menschen vermutlich einig. Gerade in einer Zeit, in der online häufig bewusst emotionalisiert und fernab jeder logischer Argumentation diskutiert wird, wird deutlich, wie wichtig Fakten, „harte Zahlen“ und logische Kausalitäten für einen gemeinsamen Konsens sind.

Oder mit anderen Worten: Logos ist der Bereich, der Ihrer Rhetorik die nötige Glaubwürdigkeit verleiht und Ihren Status als Experte oder Expertin untermauert. Dies gelingt Ihnen beispielsweise durch:

  • Statistiken und Studien

  • Zitate

  • Beweise

  • Argumente

  • unbestreitbare Wahrheiten

Der Logos appelliert an die Rationalität Ihrer Zuhörer- oder Leserschaft. Es geht also viel weniger um deren Gefühlswelt als um logische Zusammenhänge, Fakten und nachvollziehbare Aussagen. Kurzum: Logos bildet die fachliche sowie sachliche Basis Ihrer Rhetorik und ist als solche in nahezu allen Fällen unverzichtbar.

 

Ethos: Vertrauen durch persönliche Werte

Die Rhetorik-Säule Ethos spricht in erster Linie die Emotionalität Ihres Zielpublikums an, bedient sich dabei jedoch auch verschiedener rationaler Schnittmengen. Hierbei geht es vor allem darum, zu vermitteln, wer Sie sind und wofür Sie stehen. Ziel von Ethos ist es demnach, Vertrauen zu schaffen, Zuhörer beziehungsweise Leser an sich zu binden und ihnen zu vermitteln, für welche Werte und Positionen Sie stehen.

Hierfür können Sie unterschiedliche Informationen nutzen, beispielsweise:

  • Ihr Werdegang: Ausbildung, Studium, berufliche Stationen – all das zeigt, wer Sie sind, woher Sie kommen und wofür Sie (ein-) stehen

  • Ihre Werte: Definieren Sie drei Schlüssel-Werte, die Sie immer wieder in Ihrem rhetorischen Beitrag einfließen lassen

  • Ihr Standpunkt: Zuhörende oder Lesende wollen genau wissen, auf welcher „Seite“ Sie stehen

Ethos entfaltet dann seine größte Wirkung, wenn Sie von Anfang bis Ende ehrlich zu Ihrem Publikum sind und keine Rolle spielen. Authentizität ist ein wichtiger Faktor für gute Rhetorik und darf auf keinen Fall in Vergessenheit geraten.

 

Pathos: Die Welt der Emotionen

Ein gelungener Rhetorik-Beitrag lebt nicht nur von Fakten und (persönlichen) Werten, sondern auch von möglichst großen Gefühlen. Auch wenn es Ihnen an manchen Stellen vielleicht unprofessionell erscheint, sollten Sie nie mit Emotionen geizen und Ihr Publikum auf diese Weise in Ihren Bann ziehen.

Egal ob Freude, Wut, Ratlosigkeit, Euphorie oder Traurigkeit – nahezu jedes Gefühl hat seinen Platz in der Rhetorik und darf gern durch Stimme, Mimik und Gestik zum Ausdruck gebracht werden. Wichtig ist hierbei natürlich, dass die Emotion

  • zweifelsfrei identifiziert werden kann (Ihr Publikum darf sich nicht fragen: „Ist er/sie jetzt aufgebracht oder euphorisch?“) und

  • angebracht ist (Jubelnde Freude beim Vortrag über globale Erderwärmung könnte beispielsweise für Irritationen sorgen)

Das rhetorische Ziel von Pathos ist es, Ihr Publikum regelrecht mitzureißen und zu fesseln. Hierfür dürfen Sie ruhig ein kleines bisschen übertreiben – solang Sie immer Ihre eigene Authentizität im Hinterkopf behalten und dieser treu bleiben.

Wenn Sie Ihrer Rhetorik den nötigen Pathos verleihen wollen, können Sie unter anderem:

  • Emotionen sprachlich, aber auch nonverbal zum Ausdruck bringen

  • Metaphern und andere „Sprachbilder“ verwenden

  • Ihre Stimme bewusst variieren (höher, tiefer, langsamer, schneller sprachen)

  • Ihr Publikum direkt mit „Ihr“ oder „Sie“ ansprechen

  • Bilder und Videos in Ihre Präsentation integrieren

  • mit Ihrem Publikum bewusst und gezielt interagieren (sofern möglich)

  • die Emotionen Ihres Publikums erfragen (sofern möglich)


Ein gelungener Redebeitrag – egal ob im kleinen Kreis oder vor großem Publikum – ist keinesfalls ein Produkt des Zufalls. Indem Sie sich aktiv und bewusst mit Ihrer eigenen Rhetorik auseinandersetzen und dabei unter anderem Wert auf ein ausgewogenes rhetorisches Dreieck bestehend aus Logos, Ethos und Pathos legen, werden Sie Ihr Publikum zuverlässig in Ihren Bann ziehen. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Ausprobieren.

Foto: www.pixabay.com

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