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Sinnhaftigkeit im Job: Wie sinnstiftend muss ein Beruf sein?

Sinnhaftigkeit im Job: Wie sinnstiftend muss ein Beruf sein?

Fragt man Menschen, warum sie arbeiten, so werden die meisten instinktiv antworten: „Na, um damit Geld zu verdienen.“ Der klassische Broterwerb ist zweifelsfrei die größte Motivation für uns, einen gewissen Teil unserer Lebenszeit mit Arbeiten zu verbringen – doch er ist bei weitem nicht die einzige. Immer mehr Menschen geben auch an, dass sie in ihrer beruflichen Tätigkeit einen gewissen Sinn sehen – sowohl für sich selbst als auch für die Gesellschaft. Vor allem die Vertreter der Generation Y machen die Sinnhaftigkeit inzwischen zu einem wichtigen Auswahlkriterium bei der Berufswahl.

 

Auf der Suche nach dem Sinn: Ein recht neues Phänomen der modernen Arbeitswelt

Wenn Sie sich die Geschichte der Erwerbsarbeit anschauen, werden Sie schnell feststellen, dass die Suche nach einem tieferen Sinn längst nicht zu jeder Zeit auf der Agenda der Menschen stand.

Arbeit galt über Jahrtausende in erster Linie dem Erhalt des eigenen Lebens – beispielsweise indem Lebensmittel angebaut oder andere Güter gegen Nahrung eingetauscht wurden. Auch mit Einführung des Geldes änderte sich hieran nur wenig: Arbeit war weiterhin essentiell, um die Familie zu ernähren und zusätzlich einen gewissen Stand in der Gesellschaft zu erlangen.

Bis weit ins 21. Jahrhundert hinein ist diese Einstellung zur Arbeit gleich geblieben. Die Generation der Babyboomer, also Menschen, die nach 1955 geboren wurden, nutzte Arbeit weiterhin primär zur Versorgung der Familie, aber auch, um sich dadurch mehr und mehr Luxusgüter vom Fernseher über den Kleinwagen bis hin zum Urlaub in Italien leisten zu können.

Ihren Kindern, den Vertretern der Generation X, kann erstmals zugeschrieben werden, dass sie beim Thema Berufswahl nicht nur nach finanziellen, sondern auch persönlichen Gesichtspunkten entschieden haben. Soll heißen: Nicht nur die Aussichten auf einen möglichst attraktiven Verdienst, sondern auch Aspekte wie Talent, Freude an gewissen Tätigkeiten und individuelle Interessen haben plötzlich Einfluss auf die Wahl des Berufs.

Diese Entwicklung erreichte ihren bisherigen Höhepunkt bei der Generation Y. Erwerbstätige, die ab Mitte der 1980er Jahre geboren wurden, stellen finanzielle Anreize im beruflichen Kontext teilweise vollständig hinten an, um einen sinnvollen Job auszuüben. Es kann an dieser Stelle also festgehalten werden, dass Sinnhaftigkeit als ausschlaggebendes Argument für oder gegen einen Beruf ein recht neues Phänomen in der Geschichte der modernen Arbeitswelt ist.

 

Jeder definiert „Sinn“ anders

Ein weiterer Aspekt, der in diesem Zusammenhang nicht außer Acht gelassen werden darf, ist folgender: Was für den einen Menschen eine absolut sinnvolle und erfüllende Tätigkeit ist, kann für den anderen etwas völlig Gegenteiliges sein.

Jeder von uns definiert „Sinn“ beziehungsweise „Sinnhaftigkeit“ anders, weil es sich hierbei um eine sehr abstrakte, nicht greifbare Zuschreibung handelt. Das ist jedoch auch völlig in Ordnung, weil es letztlich nur darauf ankommt, dass man selbst sein eigenes Tun als „sinnvoll“ einstuft.

 

Welche Berufe sind sinnvoll – und welche nicht?

Keine Frage: Es gibt Berufszweige, die die Mehrheit der Gesellschaft ohne Zögern als „sinnvoll“ bezeichnen würden. Hierzu gehören in erster Linie medizinische, pädagogische und pflegende Tätigkeiten, aber auch Berufe, die der allgemeinen Versorgung und Aufrechterhaltung unserer Infrastrukturen dienen.

Doch was ist mit all den anderen Jobs? Was ist mit dem Cafébetreiber um die Ecke, der zwar den besten Milchkaffee serviert, aber damit garantiert nicht die Welt rettet? Oder der Floristin, die mit ihren Blumensträußen immer wieder Freude bereitet, jedoch keine Altersarmut bekämpft? Was ist mit neuen Berufsgruppen wie Social Media Managern, Bloggern und Influencern? Sind deren Tätigkeiten sinnvoll – oder haben sie schlichtweg keine Daseinsberechtigung? Wie so oft im Leben gibt es auch hier nicht nur Schwarz und Weiß, sondern dazwischen auch jede Menge Graustufen.

 

5 Anzeichen dafür, dass Ihr Job sinnvoll ist

Wenn es Ihnen wichtig ist, durch Ihren Job Gutes zu tun, können Sie anhand der folgenden Anzeichen erfahren, wie sinnvoll er tatsächlich ist. Dabei gilt: Je mehr Punkte auf Sie zutreffen, desto mehr Sinn steckt hinter Ihrer Tätigkeit.

 

#1 Sie denken mit Freude an Ihre Arbeit

Gehören Sie zu den Menschen, die Sonntagabend schon Angst vor dem Beginn der neuen Arbeitswoche haben oder freuen Sie sich darauf, an den Schreibtisch zurückzukehren?

Die persönliche Einstellung zur eigenen Erwerbsarbeit ist ein erster wichtiger Indikator dafür, wie viel Sinnhaftigkeit Sie dieser beimessen. Auch an dieser Stelle noch einmal der Hinweis: Jeder definiert „Sinn“ anders.

 

#2 Sie erhalten Anerkennung für Ihre Arbeit

Wird das, was Sie tun, von anderen Menschen mit Lob honoriert? Erhalten Sie anerkennende Worte für die „Früchte“ Ihrer Arbeit? Haben Sie das Gefühl, dass Ihr Umfeld Respekt vor Ihrem Job hat?

All dies sind ebenfalls Anzeichen dafür, dass Sie einen sinnvollen Beruf gewählt haben.

 

#3 Ihre Arbeit erfüllt Sie

Jeder hat diesen einen Freund oder Angehörigen, der sich permanent über seine Arbeit beschwert und nur so vor Unzufriedenheit strotzt. In der Regel handelt es sich dabei um einen Job, der sich durch relativ wenig Sinnhaftigkeit auszeichnet.

Haben Sie jedoch das Gefühl, dass Sie Ihr Job erfüllt und Sie hierdurch Ihren „Beitrag leisten“ (was auch immer das konkret bedeuten mag), können Sie sich recht sicher sein, dass er auch sinnvoll ist.

 

#4 Eine gute Bezahlung ist Ihnen wichtig, aber nicht das wichtigste

Keine Frage: Die meisten Menschen müssen schlichtweg arbeiten gehen, um damit Geld für ihren Lebensunterhalt zu verdienen – und das ist auch völlig in Ordnung. Wenn Sie darüber hinaus jedoch auch andere Vorteile in Ihrem Job sehen und diese vielleicht sogar den finanziellen Aspekt überbieten, spricht das deutlich für eine sinnhafte Tätigkeit.

 

#5 Sie tun anderen Menschen mit Ihrer Arbeit einen Gefallen

Kommen wir noch einmal zurück zum Cafébesitzer und zur Floristin, die wir weiter oben im Beitrag schon einmal angesprochen haben. Auch wenn Tätigkeiten dieser Art auf den ersten Blick weniger sinn- beziehungsweise wertvoll wirken als die von Notärzten, Lehrern und Wissenschaftlern, kann an dieser Stelle gesagt werden: Gäbe es keine Cafés und keine Blumengeschäfte, wäre das Leben sehr vieler Menschen deutlich trister.

Oder mit anderen Worten: Sobald Sie einer anderen Person mit Ihrer Arbeit den Tag versüßen – sei es nun durch schöne Blumen, guten Kaffee oder etwas völlig anderes – kann davon ausgegangen werden, dass Ihr Tun auch einem höheren Sinn folgt. Auch wenn es sich hierbei „lediglich“ um das Spenden von Freude handelt.

 

Darum ist Sinn im Berufsleben so wichtig

Gleich vorweg: Es ist absolut okay, wenn Sie keinen übergeordneten Sinn in Ihrer Arbeit sehen und diese nur verrichten, um damit Geld zu verdienen. Niemand ist dazu verpflichtet, einer gewissen Sinnhaftigkeit hinterherzujagen oder sich schlecht zu fühlen, wenn ein Job einzig aus finanziellen Gründen gewählt wurde.

Wenn Sie sich jedoch für den anderen Weg entscheiden, dann werden Sie vermutlich sehr schnell feststellen: Eine sinnvolle Beschäftigung macht glücklich – und das wiederum ist die beste Voraussetzung dafür, über einen langen Zeitraum hinweg zufrieden mit Ihrer Tätigkeit zu sein.

Gerade dann, wenn Sie mit Ihrer aktuellen Arbeitssituation hadern, kann es sich also durchaus lohnen, über deren Sinnhaftigkeit nachzudenken und zu überlegen, was Sie eventuell ändern müssen, um im beruflichen Kontext insgesamt wieder glücklicher zu sein.


Sinnhaftigkeit im Job – den einen ist es extrem wichtig, die anderen können gut damit leben, dass die Arbeit „lediglich“ die Miete finanziert. Lassen Sie uns in den Kommentaren gern wissen, zu welchem „Team“ Sie gehören und was Ihre Gedanken zu der Thematik sind.

Foto: www.pixabay.com

 

 

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