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Spenden für Ihren Verein sammeln: Mit diesen Tipps haben Sie Erfolg

Spenden für Ihren Verein sammeln: Mit diesen Tipps haben Sie Erfolg

Es wird kaum einen Verein geben, der vollständig auf finanzielle Unterstützung „von außen“ verzichten kann. Spenden und Sponsorings gehören ebenso zur Vereinslandschaft wie Mitgliedergewinnung und Jugendförderung. Dementsprechend wichtig ist es, sich immer wieder gezielt mit der Thematik auseinanderzusetzen und sich zu fragen, an welchen Stellen noch Optimierungsbedarf herrscht. Wenn Sie beim Einsammeln von Spenden bisher eher mäßig erfolgreich waren, dann sollten Sie unbedingt diesen Blogbeitrag lesen. Darin erklären wir Ihnen, wie Sie sich als Verein strategisch und professionell auf die „Jagd“ nach Spenden machen.

 

Der Unterschied zwischen Spende und Sponsoring

In diesem Artikel werden wir vorranging von Spenden sprechen. Er liefert Ihnen jedoch auch wertvolle Erkenntnisse, wenn Sie eher an Sponsorings für Ihren Verein interessiert sind. An dieser Stelle soll einmal kurz geklärt werden, was der Unterschied zwischen den beiden Begriffen ist:

  • Spende: Geld oder geldwerter Vorteil (= Sachspende), das/der ohne Erwartung einer Gegenleistung ausgestellt wird, meist einmalig, erfordert regelmäßig neue Kontaktaufnahme

  • Sponsoring: Geld oder geldwerter Vorteil, das/der in Erwartung einer Gegenleistung ausgestellt wird (bspw. Abdruck eines Firmenlogos auf Trikots oder Plakaten), meist langfristige Kooperation, die häufig vertraglich festgehalten wird

Lese-Tipp: Sie fragen sich, ob es neben Spenden und Sponsorings noch weitere Möglichkeiten für Vereine gibt, an Geld zu gelangen? Ja – zum Beispiel ein Crowdfunding! Lesen Sie hier mehr darüber.

 

Spenden für Ihren Verein sammeln: So wird‘s gemacht

Jeder, der schon einmal Spenden für seinen Verein gesammelt hat, wird bestätigen können: Es gibt angenehmere Aufgaben. Für viele hat das „Klinken putzen“ und „um Geld betteln“ einen faden Beigeschmack, der nur schwer ignoriert werden kann. Umso wichtiger ist es, dass Sie von Anfang an richtig an die Beschaffung von Geldmitteln herantreten und nichts dem Zufall überlassen.

Im Folgenden finden Sie unseren 8-Schritte-Plan zum erfolgreichen Sammeln von Spenden für Ihren Verein.

 

Schritt #1: Einen Hauptverantwortlichen bestimmen

Da es sich beim Sammeln von Spenden nicht nur um eine komplexe, sondern auch eine verantwortungsvolle Aufgabe handelt, ist es durchaus empfehlenswert, hierfür einen Hauptverantwortlichen zu bestimmen. Viele Vereine greifen auf ihren Kassenwart zurück, doch das ist kein Muss.

Viel wichtiger als der pflichtbewusste Umgang mit Geld sind beim Spenden einsammeln nämlich:

  • ein ausgeprägtes Kommunikationstalent

  • Charisma und Sympathie

  • Vertrauenswürdigkeit

  • Menschenkenntnis

  • Verkaufstalent

Kurzum: Das Vereinsmitglied, das für das Sammeln von Spenden verantwortlich ist, sollte eine Person sein, die gut mit Menschen umgehen kann, nicht auf den Mund gefallen ist und sich auch nicht scheut, den Verein aktiv zu bewerben. Sollten Sie jemanden in Ihren Reihen haben, der im Vertrieb beziehungsweise Verkauf tätig ist, könnte es sich um den perfekten „Kandidaten“ für diese Aufgabe handeln.

 

Schritt #2: Verwendungszweck für die Spenden festlegen

Als gemeinnütziger Verein müssen Sie sich grundsätzlich genau an Ihre in der Vereinssatzung definierten Vereinsziele halten. Dementsprechend müssen Spenden auch für genau diese Zwecke – zum Beispiel Jugendförderung, Bewahrung von Traditionen oder kulturelle Angebote – eingesetzt werden.

Bevor Sie sich auf die Suche nach Geldgebern machen, sollten Sie also überlegen, wofür die Spenden überhaupt benötigt beziehungsweise eingesetzt werden sollen. Hierbei gilt: Je genauer Sie den Verwendungszweck benennen können, desto erfolgreicher werden Sie am Ende sein. Warum das so ist, erklären wir Ihnen im Abschnitt zu Schritt #6.

 

Schritt #3: Höhe der benötigten Spenden bestimmen

Natürlich könnten wir den Blogbeitrag an dieser Stelle stark abkürzen und einfach schreiben: Mehr ist mehr! Doch in der Praxis zeigt sich immer wieder, dass eine konkrete Summe dabei hilft, das eigentliche Ziel – also den zuvor definierten Verwendungszweck – nicht aus den Augen zu verlieren.

Im Sinne der Gemeinnützigkeit sollten Sie außerdem generell nie zu gierig werden und Geld nur um des Geldes wegen sammeln. Wenn Ihr Konto immer praller wird, wird irgendwann zwangsläufig das Finanzamt auf Sie aufmerksam und mitunter unangenehme Fragen stellen.

Verlangen Sie von Spendern und Sponsoren daher stets nur das, was Sie auch wirklich als Verein für Ihre Tätigkeit benötigen. Das wiederum bedeutet, dass Sie sich im Vorfeld ganz genau überlegen sollten, wie viel Budget beispielsweise für ein Trainingslager, eine Veranstaltung oder einen neuen Satz T-Shirts notwendig ist beziehungsweise wie viel Geld Sie für ein komplettes Jahr Vereinsarbeit benötigen.

Je detaillierter Ihr Kostenplan ist, desto leichter wird es Ihnen im Anschluss fallen, die benötigten Spendengelder und Sponsorings aufzutreiben.

 

Schritt #4: Potentielle Spender recherchieren

Wenn Sie wissen, wofür Sie wie viel Geld benötigen, können Sie im nächsten Schritt darüber nachdenken, wer alles als potenzieller Spender oder Sponsor geeignet ist. Bei Ihrer Recherche werden Ihnen verschiedene Vereinsmitglieder, Akteure wie Bürgermeister oder Vorstandsvorsitzende anderer Vereine und selbstverständlich auch das Internet behilflich sein.

Besonders weit verbreitet sind diese beiden Herangehensweisen:

  • Die Suche nach Spendern/Sponsoren mit regionalem Bezug, beispielsweise ansässige Unternehmen

  • Die Suche nach Spendern/Sponsoren mit thematischem Bezug, beispielsweise überregionale Unternehmen und Onlineshops

Wenn Sie Spenden für Ihren Verein sammeln wollen, müssen Sie sich keinesfalls für Option A oder Option B entscheiden. Auch eine Mischung aus beiden Möglichkeiten ist durchaus legitim und in vielen Fällen sinnvoll. Wichtig ist letztlich, dass Sie nicht einfach wild drauf los suchen, sondern sich überlegen, welche Kontaktaufnahme wirklich sinnvoll ist und wo Sie wahrscheinlich nur Ihre Zeit verschwenden.

 

Schritt #5: Eventuelle Gegenleistungen definieren

Was beim Sponsoring als Grundvoraussetzung gilt, kann auch beim Sammeln von Spenden in der Regel nicht schaden. Die Rede ist von Gegenleistungen, also dem, was Sie einem Geldgeber in Aussicht stellen, wenn dieser Ihren Verein finanziell unterstützt.

Gegenleistungen können viele Gesichter haben. Hier finden Sie ein paar Anregungen:

  • Abdruck des Firmenlogos auf Plakaten, Trikots, Flyern, Bannern und anderen Werbeflächen

  • Nennung des Spenders/Sponsors in Reden, Danksagungen, etc.

  • Erwähnung des Spenders/Sponsors in Pressemitteilungen

  • Aushändigung von Verzehr-Gutscheinen für Veranstaltungen

  • Hilfe/Bereitstellung von „Manpower“

  • Erwähnung auf der Vereinswebseite/Verfassen eines Blogbeitrags

  • Postings bei Facebook, Instagram und Co.

  • Beitrag im nächsten Newsletter

 

Schritt #6: Konzept erstellen

Alle bisherigen Ergebnisse – also die Ermittlung des Verwendungszweckes und der benötigten Geldsumme, die Recherche potentieller Spender und Sponsoren sowie das Festlegen konkreter Gegenleistungen – werden schließlich in einem umfassenden Konzept gebündelt. Je umfassender also Ihre Vorarbeit war, desto weniger Zeit müssen Sie für die Erstellung des Konzepts einplanen. Dieses ergänzen Sie bestenfalls um eine (kurze) Vorstellung Ihres Vereins, sodass jeder Spender sofort weiß, mit wem er (oder was) es zu tun hat.

Ziel des Konzeptes ist es, dem potentiellen Geldgeber einen schnellen Überblick zu verschaffen und alle gängigen Fragen sofort zu beantworten. Dadurch steigen Ihre Chancen auf eine Spende oder ein Sponsoring ungemein.

Klassischerweise kommt ein Spenden-Konzept in Papierform daher. Da die meisten Geldgeber nur wenig Zeit haben, sich ein solches Dokument genauestens durchzulesen, sollten Sie schnell auf den Punkt kommen und sich auf das Wesentliche beschränken. Das Konzept sollte also nicht mehr als drei A4-Seiten umfassen.

Unser Tipp: Halten Sie Ihr Konzept nicht nur in Papierform, sondern auch digital bereit, sodass Sie es interessierten Geldgebern jederzeit per E-Mail senden können.

 

Schritt #7: Potentielle Spender und Sponsoren kontaktieren

Ist das Spenden-Konzept fertig, können Sie sich damit endlich an Sponsoren und Spender wenden. Eine erste Kontaktaufnahme sollte stets telefonisch oder per Mail erfolgen. Unangekündigte Besuche kommen meist nicht so gut an.

Bedenken Sie außerdem: Spender ist nicht gleich Spender. Während Sie den Dachdecker aus Ihrem Heimatort in aller Regel duzen und vielleicht auch mal bei einem Feierabendbier auf seine Spendenbereitschaft ansprechen, verlangt der regionale Energieversorger nach einer etwas förmlicheren Kommunikation. Dies gilt im Übrigen auch für Ihr Spenden-Konzept, das Sie im Idealfall mit zwei bis drei unterschiedlichen Ansprachen für verschiedene „Zielgruppen“ ausformulieren.

 

Schritt #8: Kontaktpflege im Nachgang

Finanzielle Mittel für den Verein sammeln bedeutet immer: Nach der Spende ist vor der Spende! Soll heißen: Vergessen Sie niemals, Ihre Kontakte zu pflegen und diese beispielsweise regelmäßig mit Infos und/oder kleinen Aufmerksamkeiten zu versorgen.

Auf diese Weise wird es viel leichter, ein weiteres Mal um Spenden zu bitten oder vielleicht sogar einen langfristigen Sponsoring-Vertrag abzuschließen.

Die Pflege Ihrer Spender und Sponsoren kann zum Beispiel so aussehen:

  • Glückwünsche zum Geburtstag, zu Weihnachten, Firmenjubiläen usw.

  • Einladung zu (vereinsinternen) Veranstaltungen

  • Smalltalk bei Festen, Versammlungen, Gremien und Co.

  • Anbieten von konkreter Hilfe

  • Infos (mit Text und Bildmaterial) zur Verwendung der Spende


Ein aktives Vereinsleben ohne Spenden und Sponsoren ist natürlich möglich – doch es gestaltet sich ungleich schwieriger, wenn Sie auf externe Geldgeber verzichten. Damit Ihr Verein auch zukünftig aktiv sein und seine gemeinnützigen Ziele verfolgen kann, ist es mehr oder weniger unumgänglich, sich mit dem Thema Spenden auseinanderzusetzen und eine erfolgversprechende Strategie zu entwickeln. Mit dem Lesen dieses Beitrags haben Sie den ersten Schritt in die richtige Richtung bereits getan.

Foto: www.pixabay.com

 

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