Existenzgründung
Existenzgründung geplant? Ausführlicher Ratgeber zum Thema Existenzgründung

Existenzgründung geplant?


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Finanzierung einer Existenzgründung

Grundsätzlich werden zwei Arten von Kapital für ein Unternehmen unterschieden. Eigenkapital kommt vom Existenzgründer oder von Beteiligungsgesellschaften, Fremdkapital in der Regel von Banken, aber auch von der öffentlichen Hand. Je näher das Kapital am Existenzgründer ist, desto günstiger ist es für das Vorhaben.

 

Zum Thema Finanzierung sollten Sie als Existenzgründer eine Reihe wichtiger Fragen beantworten:

§  Wie viel Startkapital benötigen Sie?

§  Wie wollen Sie das nötige Startkapital aufbringen?

§  Wie viel eigenes Geld können Sie beisteuern?

§  Welche Kreditmöglichkeiten bestehen bei Banken und Sparkassen?

Informieren Sie sich auf den folgenden Seiten über die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten.

 

Eigenkapital

Bevor Sie mit der Gründungsfinanzierung beginnen, müssen Sie sich die derzeitige finanzielle Situation vor Augen führen. Grundlage einer jeden Gründungsfinanzierung muss das vorhandene Eigenkapital sein. Die wichtigste Geldquelle hierbei sind ihre privaten Eigenmittel. Bevor Sie sich fremdes Geld leihen, für das Sie Zinsen zahlen müssen, sollten Sie prüfen, wie viele Mittel Sie „aus eigener Tasche“ zur Finanzierung Ihrer Existenz beisteuern können.

 

Eigenmittel können sein:

§  Sparguthaben

§  Wertpapiere/ Festgeld

§  bereits vorhandene Sachanlagen

Spätestens dann, wenn Sie ein Gespräch mit Ihrer Hausbank zur Finanzierung Ihres Gründungsvorhabens führen, werden sie feststellen, dass Eigenkapital auch andere wichtige Funktionen hat. Über je mehr Eigenkapital Sie verfügen, desto

§  größer ist Ihr Polster bei finanziellen Engpässen

§  besser ist Ihr Verhandlungsspielraum mit einem Kreditgeber.

Der Anteil des Eigenkapitals an den Investitionskosten sollte mindestens 20 % betragen. Jedoch gibt es keine allgemeingültige Grenze für einen Mindestanteil von Eigenkapital. Je höher Ihre Eigenkapitalquote ist, umso besser werden Sie finanzielle Krisen überstehen.

 

Eine weitere Möglichkeit, Ihr Eigenkapital aufzustocken, besteht in der Aufnahme eines Partners. Bedenken Sie aber, dass Sie nicht mehr allein die Firma führen. Anstelle eines Partners können Sie sich auch eine öffentlich geförderte oder private Beteiligungsgesellschaft suchen, die Ihnen Beteiligungskapital zur Verfügung stellt.

 

Wenn das Gründungskonzept zwar riskant ist, aber auch überdurchschnittliche Chancen birgt, so kommen private Kapitalbeteiligungsgesellschaften oder Venture-Capital-Gesellschaften in Betracht. Dabei investieren die Venture-Capital-Gesellschaften Kapital gegen eine Direktbeteiligung als Mitgesellschafter am Unternehmen.

 

ACHTUNG: Fehlendes Eigenkapital ist noch immer ein Hauptgrund für das Scheitern von Existenzgründungen. Je höher Ihr Eigenkapitalanteil ist, desto sicherer wird Ihr Unternehmen die Zukunft überstehen. Sie sparen Kosten für teure Kredite und haben eine höhere Kreditwürdigkeit. Sie sollten aber auf keinen Fall Ihr gesamtes Vermögen in die neue Firma einbringen. Eine Reserve für unvorhergesehene finanzielle Belastungen im Privaten sollten sie immer besitzen.

 

Bankkredite

Ganz ohne Bankkredite geht es aber meist nicht. Bankkredite erhalten Sie von Ihrer Hausbank (oder der Bank, die es werden soll). Dabei wird vor allem zwischen kurzfristigen Krediten (Laufzeit bis 12 Monate wie z. B. ein Kontokorrent-Kredit) und langfristigen Krediten unterschieden.

Grundsätzlich gilt:

§  Die Laufzeit eines Kredites sollte mit der Nutzungsdauer der Investition übereinstimmen, die Sie mit dem Kredit finanzieren wollen.

§  Je länger die Laufzeit eines Kredites ist, desto niedriger sind die Zinsen.

Damit Sie sich schon vor dem Gang zum Kreditinstitut informieren können, sind nachfolgend die wichtigsten Kredite näher erläutert.

 

Investitionskredit

Mit dem Investitionskredit finanzieren Sie ihre Anschaffungen (z. B. Maschinen), die Sie längerfristig nutzen wollen. Die Laufzeit dieser Kredite liegt in der Regel bei fünf bis 20 Jahren. In der Regel werden für derartige Kredite Sicherheiten (z. B. Hypotheken auf Ihre Immobilie oder eine Bürgschaft) verlangt. Für die Gewährung eines derartigen Kredites ist für Ihre Bank aber auch entscheidend, dass Sie Ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen können.

Vereinbaren Sie mit Ihrer Bank eine gleichbleibende Ratenzahlung, gegebenenfalls auch eine Aussetzung der Tilgungsraten für die ersten Jahre der Laufzeit. So können Sie Zahlungsengpässe in der Anlaufzeit besser verkraften.

ACHTUNG: Über die Höhe der Zinssätze für Investitionskredite lassen viele Kreditinstitute mit sich verhandeln.

 

Kontokorrentkredit

Einer der bequemsten und flexibelsten Kredite ist der Kontokorrentkredit. Er entsteht, wenn Sie ihr laufendes Bankkonto überziehen. Je nach Bedarf können Sie ihn jederzeit in Anspruch nehmen. Die Kreditzinsen (Überziehungszinsen) werden nur für den tatsächlich in Anspruch genommenen Betrag berechnet, sind aber in der Regel höher als die Zinsen für langfristige Kredite. Deshalb sollten Sie den Kontokorrentkredit nur in Anspruch nehmen

§  zum Ausgleich kurzfristiger Liquiditätsschwankungen

§  zur Finanzierund von Investitionen, die Sie schnell umschlagen (z. B. Roh-, Hilfs-, und Betriebsstoffe, Warenlager).

ACHTUNG: Aufgrund der hohen Zinsen eignet sich ein Kontokorrentkredit nicht für die Finanzierung langfristiger Investitionen.

Der Kontokorrentkredit ist meist günstiger als der Lieferantenkredit und bietet damit unter anderem eine Möglichkeit, die gewährten Skonti (d. h. Nachlässe auf den Rechnungsbetrag) im Rahmen eines Lieferantenkredites in Anspruch zu nehmen.

 

Anhand des nachfolgenden Beispiels soll dargestellt werden, dass es sich zumeist lohnt, den vom Verkäufer gewährten Skonto über einen Kontokorrentkredit in Anspruch zu nehmen:

 

BEISPIEL: Sie kaufen eine Maschine zu einem Preis von 20.000 EUR. Der Verkäufer gewährt Ihnen einen Skonto-Abzug von 2 % bei Zahlung innerhalb einer Frist von zehn Tagen. Das Zahlungsziel beträgt 30 Tage. Der Kontokorrentzins Ihrer Hausbank beträgt 12 %.

LÖSUNG: Der Skonto-Abzug führt zu einem Preisnachlass von 400 EUR. D. h. bei Zahlung innerhalb von zehn Tagen beträgt der Kaufpreis nur 19.600 EUR. Wenn Sie auf den Skonto-Abzug verzichten und den Lieferantenkredit über den vollen Kaufpreis in Anspruch nehmen, zahlen Sie 400 EUR an „Zinsen“ – das entspricht einem effektiven Zins von 36 %. Demgegenüber stehen Kontokorrentzinsen Ihrer Hausbank in Höhe von 130,67 EUR für 20 Tage (2 % jährlich auf 19.600 EUR bei Zahlung am zehnten Tag). Indem Sie den Kontokorrentkredit Ihrer Bank nutzen und den Kaufpreis innerhalb der Skonto-Frist begleichen, realisieren Sie also einen „Nettoertrag“ von 269,33 EUR (400 EUR - 130,67 EUR).

 

Fremdkapital über öffentliche Fördermittel

Für Existenzgründer stellen Förderkredite der öffentlichen Hand eine interessante Alternative zu Bankkrediten dar. Der Bund und die Länder bieten z. B. über die KfW Mittelstandsbank Förderprogramme für Existenzgründer, kleine und mittlere Unternehmen, Freiberufler und StartUps an.

Anträge auf Förderkredite können Sie nicht selbst bei den entsprechenden öffentlichen Institutionen stellen. Sie werden durch die jeweilige Hausbank vermittelt.

Die Hausbank übernimmt die Kreditwürdigkeitsprüfung. Sie stellt den Antrag auf einen Förderkredit trotz eventueller vollständiger oder nur anteiliger Haftungsfreistellung nur dann, wenn sie selbst von dem zu finanzierenden Projekt oder dem Unternehmenskonzept überzeugt ist.

Nicht immer wird ein Existenzgründer von seiner Hausbank auf die bestehenden Möglichkeiten hingewiesen. Daher sollten Sie sich selbst aktiv über die infrage kommenden Förderprogramme informieren und Ihre Bank darauf ansprechen. Öffentliche Fördermittel sind regelmäßig an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, wie z. B. die Gründung oder Erweiterung eines Unternehmens, eine Umstellung auf umweltfreundliche Verfahren oder die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Für einige Fördermittel ist die Stellungnahme einer unabhängigen, fachlich kompetenten Stelle (z. B. Kammer, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater) erforderlich, die die Erfolgsaussichten des Vorhabens und die Qualifikation des Antragstellers beurteilt.

Für bereits getätigte Investitionen können keine öffentlichen Förderkredite mehr gewährt werden. Auf Fördermittel besteht auch kein Rechtsanspruch. Wesentliche Voraussetzung für die Beantragung öffentlicher Förderkredite sind eine Finanzierungszusage der Hausbank, die fachliche sowie kaufmännische Qualifikation der Gründer und der Nachweis einer auf Dauer angelegten hauptberuflichen Gründung.

ACHTUNG: In Deutschland gibt es viele verschiedene öffentliche Förderkredite. Sie unterscheiden sich nach Laufzeiten, Zinssätzen, der Auszahlungshöhe (mit oder ohne Disagio), Höchstbeträgen und geförderten Vorhaben. Das Angebot ist so groß und zum Teil auch so wenig transparent, dass sich ein Markt von Finanzierungsberatern und Softwareprogrammen gebildet hat, die potenziellen Unternehmensgründern beim Finden des richtigen Förderkredits helfen.

Auf den Gründerstadt-Seiten finden Sie einen Überblick über einige für Sie in Frage kommende Fördermittel.

 

Lieferantenkredite

Eine weitere Möglichkeit der Finanzierung stellen Lieferantenkredite dar. Viele Lieferanten bieten Ihnen Zeit, Ihre Rechnungen zu begleichen. In diesem Fall zahlen Sie die Rechnung Ihrer Lieferanten nicht sofort, sondern nutzen Ihre Zahlungsfristen voll aus. Durch die Nutzung langer Zahlungsziele können Sie Engpässe in Ihrer Finanzierung schnell überbrücken.

Zumeist gewährt der Verkäufer ein Skonto (d. h. einen Nachlass vom Rechnungsbetrag), wenn der Rechnungsbetrag vom Käufer innerhalb einer bestimmten Frist bezahlt wird. In der Einkaufspraxis mittelständischer Betriebe scheint der Lieferantenkredit auf den ersten Blick nichts zu kosten. Falls jedoch der Lieferant für eine schnellere Bezahlung Skonto gewährt und der Unternehmer die Skontozahlung mangels Sachkenntnis oder Zahlungsfähigkeit nicht ausnutzt, wird der Lieferantenkredit schnell zum teuersten Kredit.

 

Leasing

Das Englische Wort „Leasing“ bedeutet nichts anderes als mieten bzw. vermieten. Unter Leasing versteht man die entgeltliche Vermietung oder Verpachtung von Anlagegütern. Leasing-Geber kann der Hersteller selbst sein oder eine Leasing-Gesellschaft. Sie nehmen beim Leasing die Rolle des Leasingnehmers ein.

Prinzipiell unterscheidet man zwei Arten des Leasings:

§  Beim Vollamortisationsleasing wird das Investitionsgut durch die Leasingraten vollkommen abbezahlt, sodass nach Ablauf des Leasingvertrages kein Restwert mehr übrig bleibt.

§  Beim Teilamortisationsleasing bleibt nach Ablauf des Leasingvertrages ein Restwert übrig. Der Leasingnehmer kann dann das Investitionsgut entweder kaufen oder an den Leasinggeber zurückgeben.

ACHTUNG: Die Leasingraten sind bei Vollamortisationsverträgen in der Regel höher als bei einem Teilamortisationsvertrag.

Welche Vorteile hat Leasing und für wen lohnt sich ein solcher längerfristiger Mietvertrag?

§  Leasing lohnt sich für alle, die nur geringe Eigenmittel besitzen und keine Kredite aufnehmen möchten.

§  Ein Vorteil des Leasings besteht darin, dass Sie keine hohe Anfangsliquidität benötigen.

§  Ein weiteres Plus: Die Anlagegüter bleiben kürzer im Unternehmen, und Sie können immer mit modernen Anlagen arbeiten.

TIPP: Trotz vieler unbestrittener Vorteile des Leasings kann es für Leasingnehmer unter Umständen eine sehr teure Form der Finanzierung werden. Wer möglichen Fallen entgehen will, sollte vor der Unterschrift unter einen Leasingvertrag Rücksprache mit einem Berater halten.

 

Mikrofinanzierung

Mikrofinanzierung stellt einen alternativen Zugang zu Krediten dar, welcher unabhängig von einer Bank vergeben werden kann.

Vor allem Existenzgründer, die ihren Traum von der Selbständigkeit verwirklichen wollen, bei den Banken aber keine Chance auf einen Kredit für Selbständige haben, können von Mikrokrediten profitieren. Sie können mit den Finanzierungen, die sich erfahrungsgemäß zwischen 5.000 und 10.000 EUR bewegen (EU-Definition: bis 25.000 EUR) notwendige Anfangsinvestitionen tätigen oder Mitarbeiter einstellen.

ACHTUNG: Mikrokredite unterscheiden sich nicht nur beim Kreditvolumen von herkömmlichen Krediten, sondern auch bei den Laufzeiten, der Kreditwürdigkeitsprüfung und den Zielgruppen. Kreditangebote von professionellen Mikrofinanzinstituten (MFI) zeichnen sich darüber hinaus durch einen unbürokratischen und bankfernen Antragsprozess sowie einen schnellen Zugang zu Kapital ohne die banküblichen Sicherheitsanforderungen an den Kreditnehmer aus.



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