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Gründer-Lexikon: Was ist Bootstrapping?

Gründer-Lexikon: Was ist Bootstrapping?

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, eine Geschäftsidee in der Anfangsphase zu finanzieren. Eine davon ist das sogenannte Bootstrapping – eine Finanzierungsform, die vor allem unter Online-Unternehmern sehr beliebt ist. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff? Was genau ist Bootstrapping? Und welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden, um ein Business auf diese Weise zu finanzieren? Wir haben uns für Sie auf die Suche nach Antworten gemacht.

Der Beitrag im Überblick

Was ist Bootstrapping?

Was bedeutet der Begriff Bootstrapping?

Wie funktioniert Bootstrapping?

Die 7 Grundsätze des Bootstrappings

Wann ist Bootstrapping sinnvoll?

Vorteile und Nachteile vom Bootstrapping

 

Was ist Bootstrapping?

Bootstrapping ist eine Finanzierungsart für Gründer, bei der gänzlich auf externes Fremdkapital verzichtet wird.

 

Der Gründer agiert also vollständig aus eigener Kraft und nimmt keine Hilfe „von außen“ an. Als sinnbildliche Metapher hierfür wird gern der (Lügen-)Baron Münchhausen genannt, der sich selbst am Schopf aus dem Sumpf gezogen hat.

 

Um mit dem Bootstrappen Erfolg zu haben, muss die jeweilige Geschäftsidee an ein enges Budget, einen straffen Zeitplan und begrenzte Ressourcen angepasst werden. Hierbei handelt es sich um die Voraussetzungen für das Bootstrapping.

 

Das Ziel vom Bootstrapping ist es, möglichst schnell den sogenannten Break Even und einen positiven Geldfluss zu erreichen.

 

Lese-Tipp: Gründer-Lexikon: Was ist die Lean Startup-Methode?

 

Was bedeutet der Begriff Bootstrapping?

Der Begriff Bootstrapping stammt aus dem Englischen. Bootstrap bedeutet ins Deutsche übersetzt Stiefelriemen oder auch Schnürsenkel.

 

Auf die Finanzierungsform Bootstrapping bezogen kann man sich das Bild eines eng geschnürten Stiefels vor Augen führen. Dieser hilft dabei, nicht nur sicher, sondern auch schnell an sein Ziel zu gelangen.

 

Lese-Tipp: Gründer-Lexikon: Was ist Growth Hacking?

 

Wie funktioniert Bootstrapping?

Bootstrapping mag in der Theorie einfach erscheinen, entpuppt sich in der Praxis aber immer wieder als große Herausforderung für Unternehmer.

 

Besonders wichtig ist, dass Sie sich von Anfang an an einen strikten Zeitplan halten und nie von diesem abweichen. Außerdem sollten Sie unbedingt die sieben Grundsätze des Bootstrappings nach Amar Bhide (Professor und Wirtschaftsexperte aus den USA) verinnerlichen.

 

Die 7 Grundsätze des Bootstrappings

  • Grundsatz #1: Beginnen Sie als Gründer so früh wie möglich mit dem operativen Geschäft. Dadurch kommt schnellstmöglich Geld in Ihre Kassen.

  • Grundsatz #2: Fokussieren Sie sich auf ein frühes Erreichen der Gewinnschwelle („Break Even“), also den Punkt, ab dem Ihr Unternehmen schwarze Zahlen schreibt.

  • Grundsatz #3: Verkaufen Sie höherwertige Produkte und Dienstleistungen. Das maximiert Ihre Gewinnspanne.

  • Grundsatz #4: Arbeiten Sie nicht mit teuren Mitarbeitern zusammen, die Ihre Gründerkultur nicht verstehen.

  • Grundsatz #5: Gehen Sie immer kontrolliert vor und denken Sie zu jeder Zeit an die Ressourcen, die Ihnen nur im begrenzten Maße zur Verfügung stehen.

  • Grundsatz #6: Achten Sie darauf, dass Ihr Unternehmen zu jeder Zeit liquide (zahlungsfähig) ist.

  • Grundsatz #7: Pflegen Sie den Kontakt zu Banken, auch wenn diese zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht als Geldgeber infrage kommen.

 

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Wann ist Bootstrapping sinnvoll?

Bootstrapping kann nicht pauschal als die beste Form der Gründerfinanzierung bezeichnet werden. Das liegt in erster Linie daran, dass viele Geschäftsideen schlichtweg nicht auf diese Weise finanziert werden können.

 

Wenn Sie sich für das Bootstrapping interessieren, dann ist es sinnvoll, wenn Sie

 

  • eine Geschäftsidee haben, die nur wenig Startkapital benötigt

  • dieses Startkapital bereits besitzen

 

Lese-Tipp: Selbstständig machen ohne Kapital: Wie geht das? (+ 5 Ideen für Ihr eigenes Business)

 

In der Praxis zeigt sich immer wieder: Vor allem Online-Geschäftsideen eignen sich hervorragend für die Finanzierung mittels Bootstrapping. Der Grund hierfür liegt auf der Hand: Die Businessmodelle sind flexibel und verlangen nach sehr wenig Startkapital. Das führt wiederum dazu, dass Sie schon bald Gewinne einfahren und den Break Even erreichen.

 

Auch Freelancer, die ihre Arbeitsleistung gegen Geld tauschen, nutzen oftmals das Bootstrapping, ohne es selbst zu wissen. Sie müssen zum Beginn ihrer Selbstständigkeit keine großen Maschinen oder teuren Waren anschaffen, um ihr Business aufzunehmen. Stattdessen legen sie direkt los und verdienen vom ersten Moment an Geld.

 

Vorteile und Nachteile vom Bootstrapping

Viele Experten sind sich einig: Jeder Unternehmer sollte mindestens eine Geschäftsidee mittels Bootstrapping realisieren. Diese Vorteile der Finanzierungsform sprechen dafür:

 

  • Sie sind finanziell absolut unabhängig

  • Sie müssen keine Verantwortung und kein Mitbestimmungsrecht an Investoren abgeben

  • Sie lernen, effektiv und sparsam zu wirtschaften

  • Sie gehen ein geringes unternehmerisches Risiko ein

  • Sie fokussieren sich automatisch auf das Wesentliche (nämlich die Gewinne)

 

Darüber hinaus gibt es natürlich auch ein paar Aspekte, die deutlich machen, dass Bootstrapping nicht ausschließlich positiv bewertet werden kann. Zu den Nachteilen der Finanzierungsmöglichkeit gehören diese Punkte:

 

  • Sie sind von Anfang an (finanziell) eingeschränkt

  • Sie können weniger flexibel reagieren

  • Sie unterliegen einem hohen Druck

  • Sie sind anfällige für unerwartete Veränderungen

  • Sie haben nur eingeschränkte Entwicklungsmöglichkeiten

 

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Bootstrapping ist eine spannende Möglichkeit für alle, die während der Gründungsphase gern unabhängig bleiben und sich aus eigener Kraft nach oben arbeiten wollen. Die Finanzierungsform bringt durchaus Einschränkungen mit sich, kann aber auch durch etliche Vorzüge überzeugen. Letztlich ist es vermutlich auch immer eine „Typ-Frage“, ob diese Möglichkeit für Sie und Ihr Business in Frage kommt oder nicht.

 

Foto: www.pixabay.com

 

 

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